If we all pull together as a team.

Der größte Wettbewerbsvorteil, den die Menschen allen anderen Mitbewerbern hier auf der Erde voraus haben, ist nicht ihre Größe und schon gar nicht ihre Individualität. Es ist die Fähigkeit Gedanken auszutauschen, sie in Form von Schrift festzuhalten und über Generationen hinweg weiter zu geben. Nur dadurch konnten wir derartig leistungsfähige Kollektive bilden. Wenn wir alle zusammen helfen und an einem Strang ziehen, können wir selbst das wahrmachen, was immer als „unmöglich“ abgetan wird. Hierin liegt die Kraft und das Rezept für den DURCHBRUCH.

Der Filmausschnitt (oben) stammt aus dem Film „Molière“ von der großartigen, französischen Theater- und Filmemacherin Arian Mnouchkine aus dem Jahr 1978. Sehr empfehlenswert!

„If we all pull together as a team“ ist eine Textzeile aus dem Song „Have a Cigar“ vom legendären Pink-Floyd-Album „Whish You Were Here“ (unten). Das sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen!

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4 Kommentare

  1. Toller Film, aber irgend wie verstehe ich nicht ganz, was das mit dem Wr. Neustädter Kanal zu tun hat?

  2. Der Filmausschnitt soll nur zeigen, was man alles erreichen kann, wenn man zusammenarbeitet. Wir möchten mit unserer Projektarbeit gerne zeigen, dass man miteinander mehr erreicht, als gegeneinander.

  3. Der Team-Fetischismus grassiert zu Unrecht. Denn wissenschaftlich erwiesen ist nicht etwa, dass Teamarbeit besonders produktiv ist – sondern genau das Gegenteil: Sie kann Mitarbeiter demotivieren und sie faul und weniger leistungsbereit machen.

    Diese Erkenntnis ist eigentlich ein ziemlich alter Hut: Schon 1882 untersuchte der französische Agraringenieur Maximilian Ringelmann die Effizienz der Arbeit von Pferden, Ochsen, Maschinen und eben auch Menschen. Bei Versuchen zum Ziehen von Lasten fand er heraus, dass die Leistung von Männern in Gruppen kleiner ist als die Summe der Leistungen, die jeder für sich allein erbringen würde.

    Und zwar deutlich: Ringelmann ließ sieben Männer an einem Seil ziehen, mal einzeln, mal in der Gruppe. Allein zogen die Männer ein Gewicht von 85 Kilogramm – in der Gruppe entfielen auf jeden Einzelnen aber nur 65 Kilogramm. Mit anderen Worten: Die Teamarbeit kostete fast ein Viertel der Leistungsfähigkeit.

    Als Ringelmann-Effekt erhielt dieses Phänomen Einzug in die Wissenschaft. Lange Zeit war jedoch unklar, ob es wirklich ein Motivationsverlust war, der die Leistung des Teams gegenüber der der Einzelpersonen schmälerte, oder vielleicht einfach Koordinationsprobleme: Schließlich muss man beim Ziehen an einem Seil die perfekte Position erst einmal finden, in der alle Kräfte gebündelt werden und nicht gegeneinander wirken.

    Das würde analog auch für die Teamarbeit im Unternehmen gelten: Schließlich können beim gemeinsamen Arbeiten an einem Projekt durchaus Reibungsverluste entstehen, wenn die Aufgabenverteilung unklar ist.

    Um die Ursache des Leistungsabfalls zu ergründen, wiederholte der amerikanische Sozialpsychologe Harry Ingham 1974 das Tauziehexperiment – mit einer kleinen Modifikation: Die Probanden zogen nämlich mit verbundenen Augen an dem Seil. Ihnen wurde einmal gesagt, sie würden in der Gruppe ziehen, und einmal, dass sie allein ziehen würden. In Wirklichkeit aber zogen sie beide Male allein.

    So waren die Koordinierungsprobleme als Erklärung ausgeschaltet – doch das Ergebnis war trotzdem das gleiche: Die Probanden, die glaubten, es ginge um Teamwork, zogen schwächer. Damit war der Beweis erbracht: Menschen strengen sich weniger an, wenn ihre Leistung Teil einer Gruppenarbeit ist, als wenn sie allein arbeiten – und zwar vor allem dann, wenn sie sich in der Anonymität der Gruppe verstecken können.

    Die Verballhornung des Wortes Team als Abkürzung für „Toll, ein anderer macht’s“ hat damit ihren wahren, wissenschaftlich erwiesenen Kern.

    Beste Grüße

  4. Sehr geehrter Herr Fischbacher!

    Vielen Dank für Ihren ausführlichen und höchst interessanten Beitrag. Das gibt mir Gelegenheit auf einen fatalen Fehler in dieser Betrachtung aufmerksam zu machen. Wir sind durch unsere Sozialisation so auf Leistung getrimmt, dass wir etwas ganz Wesentliches dabei außer Acht lassen!

    Dass man in der Gruppe weniger Arbeit verrichten muss, ist nämlich ganz und gar kein Nachteil, sonder ein Riesenvorteil! Es ist in Wahrheit sogar unsere Hauptmotivation, Gruppen überhaupt erst zu bilden – als Entlastung. Wozu denn sonst?

    Ich gebe Ihnen ein kurzes Beispiel:
    Stellen Sie sich einen schweren Anhänger vor. Sagen wir mal 50 Tonnen. Alleine hätten Sie überhaupt keine Möglichkeit, den Anhänger auch nur einen Meter zu bewegen (auf ebener Fahrbahn). Wenn Ihnen aber alle Verwandten, Freunde und Nachbarn helfen, dann können Sie den gleichen Anhänger mit relativ geringem Kraftaufwand jeder einzelnen Person, 10 Meter weit schieben.

    Ich glaube, da kann jedes Milchmädchen verstehen, wo hier die Vorteile liegen. Und zwar auf beiden Seiten, wenn man unterstellt, dass Sie der Arbeitgeber wären und ihre Helfer die Angestellten. Ohne diese Helfer hätten Sie Null Gewinn. Wenn Sie aber Gewinn machen, warum sollte er dann nicht auch fair verteilt werden? Warum darf der Vorteil nur auf Ihrer Seite liegen? Verstehen Sie, was ich meine? Da geht es nicht um Faulheit, sondern um rationale Vorteilsabwägungen. Wenn Sie einen Esel so schwer beladen, dass er unter der Last beinahe zusammenbricht, wird er nicht sehr weit gehen.

    Ich könnte noch viele weitere Beispiele anführen und selbst, wenn man kompliziertere Aufwand-Nutzen-Parameter mit einbezieht (Unstimmigkeiten zwischen den Teammitgliedern etc.), so bleibt doch immer die Tatsache bestehen, dass zwei Männer mehr Kraft haben als einer, selbst wenn sie nicht hundert Prozent Leistung erbringen. Und das ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil!

    Herzliche Grüße auch von meiner Seite und bitte nicht persönlich nehmen! Ich habe schon verstanden, was Sie uns sagen wollten. Mit solchen scheinlogischen Studien werden wir medial so bombardiert, dass es jedem schwerfällt (auch mir!), Äpfel und Birnen immer klar von einander zu trennen. Da werden Zahlen und Rechnungen präsentiert, die hundertprozentig richtig sind. Nur das Problem sind die Schlussfolgerungen. Die sind oft fragwürdig, suggestiv oder zumindest nicht sehr weitsichtig. So ist es auch bei diesem Beispiel. Zumindest aus meiner Sicht.

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